Beratungsprozess

Stakeholder

Aufgabe 3

Strategien zum Stakeholdermanagement

Wer viel Einfluss hat und stark betroffen ist, wird aktiv eingebunden. Kritische Haltungen sind kein Störfaktor, sondern oft fachlich begründete Hinweise.

Ausgangslage

Bei der Einführung eines neuen Fachverfahrens treten folgende Stakeholder auf:

StakeholderEinflussBetroffenheitEinstellung
Amtsleitunghochmittelpositiv
Fachbereichhochhochambivalent
IT-Abteilunghochhochkritisch
Personalratmittelhochoffen
Datenschutzbeauftragtemittelmittelkritisch
Bürgerinnen und Bürgergeringhochheterogen
politischer Ausschusshochgeringinteressiert
bisheriger Dienstleistendermittelmittelpositiv

Teilaufgabe 1Strategien je Stakeholder

Grundlage ist die Einfluss-Betroffenheits-Matrix. Die Einstellung entscheidet innerhalb eines Feldes über die Art der Ansprache: Kritische Stakeholder mit hohem Einfluss brauchen mehr Beteiligung, nicht weniger.

Betroffenheit
hochmittelgering

Bürger*innen

regelmäßig informieren

Personalrat

diskursiv beteiligen

Fachbereich

aktiv einbinden

IT-Abteilung

aktiv einbinden

Datenschutz

diskursiv beteiligen

bish. Dienstleister

beobachten

Amtsleitung

aktiv einbinden

Ausschuss

regelmäßig informieren

geringmittelhoch

Einfluss

positiv / interessiertoffen / ambivalent / heterogenkritisch
StakeholderEinflussBetroffenheitEinstellungStrategieBegründung
Amtsleitunghochmittelpositivaktiv einbindenAuftraggeberin und Machtpromotorin. Ihre Unterstützung muss sichtbar werden: Vorsitz im Lenkungskreis, Entscheidungen zu Zielen und Ressourcen.
Fachbereichhochhochambivalentaktiv einbindenHauptnutzer mit Schlüsselwissen. Ambivalenz kippt ohne Einbindung schnell in Ablehnung; daher Key-User, Anforderungsworkshops und Mitentscheidung über Prozesse.
IT-Abteilunghochhochkritischaktiv einbindenVerantwortet später den Betrieb; die Kritik ist oft fachlich begründet (Schnittstellen, Betriebsaufwand). Ohne die IT ist das Verfahren nicht betreibbar.
Personalratmittelhochoffendiskursiv beteiligenMitbestimmungsrechte nach LPVG NRW bei technischen Einrichtungen. Offene Haltung nutzen: frühzeitig und kontinuierlich im Dialog, nicht erst im förmlichen Verfahren.
Datenschutzbeauftragtemittelmittelkritischdiskursiv beteiligenBerät und überwacht (Art. 39 DSGVO). Kritik früh aufnehmen, z. B. bei der Datenschutz-Folgenabschätzung, statt spät daran zu scheitern.
Bürgerinnen und Bürgergeringhochheterogenregelmäßig informierenStark betroffen, aber ohne direkten Einfluss. Zielgruppengerechte Information über mehrere Kanäle; punktuell Nutzertests mit ausgewählten Personen.
politischer Ausschusshochgeringinteressiertregelmäßig informierenEntscheidet über Haushaltsmittel, ist aber nicht operativ betroffen. Kompakte Berichte zu Meilensteinen, Kosten und Risiken halten das Interesse positiv.
bisheriger DienstleistendermittelmittelpositivbeobachtenKein Mitspracherecht im neuen Projekt, aber Wissens- und Datenträger. Positive Haltung kann sich mit Vertragsende ändern; Mitwirkung bei der Datenmigration vertraglich sichern und Verhalten beobachten.

Teilaufgabe 2Kommunikation mit drei Stakeholdern

IT-Abteilung

kritisch
Kernbotschaft
„Ihr Betriebswissen entscheidet mit darüber, ob das Verfahren funktioniert. Ihre Bedenken werden zu Anforderungen.“
Format
Gemeinsamer Architektur- und Betriebsworkshop; feste Rolle im Projektteam
Zeitpunkt
Vor der Ausschreibung bzw. Produktauswahl, nicht erst bei der Installation
Bei Widerstand
Einwände konkret aufnehmen, in ein Risikoregister überführen und mit Verantwortlichen versehen; Entscheidungen begründet zurückmelden.

Fachbereich

ambivalent
Kernbotschaft
„Das Verfahren soll Ihre Arbeit erleichtern. Sie bestimmen mit, wie die Abläufe künftig aussehen.“
Format
Key-User-Kreis, Prozessworkshops, Testsitzungen am Prototyp
Zeitpunkt
Ab der Anforderungsanalyse fortlaufend; Testsitzungen vor jeder Freigabe
Bei Widerstand
Ursachen erfragen (Mehrarbeit? Kompetenzverlust?), Entlastung während der Einführung zusagen und Erfolge aus Pilotbereichen sichtbar machen.

Personalrat

offen
Kernbotschaft
„Wir beteiligen Sie früh und transparent. Eine Leistungs- und Verhaltenskontrolle ist nicht Ziel des Verfahrens.“
Format
Regelmäßiger Jour fixe, Einsicht in Rollen- und Protokollierungskonzept, ggf. Dienstvereinbarung
Zeitpunkt
Bei Projektstart informell, rechtzeitig vor Maßnahmen förmliche Beteiligung
Bei Widerstand
Bedenken in eine Dienstvereinbarung übersetzen (Zweckbindung, Auswertungsverbot, Schulungen) und Zeit für das Mitbestimmungsverfahren einplanen.